Banana Island

Performance


„Peel slowly and See” - Andy Warhol

Banana Island ist eine choreographische und performative Investigation der Banane. Als eines der wichtigsten und beliebtesten Lebensmittel weltweit, Protagonistin kolonialer und neo-kolonialer Verbrechen und rassistischer und sexistischer Zuschreibungen, und zugleich Filmstar, Comedian, Kunst und politische Waffe, ist die Banane Klammer und Mittelpunkt der Performance. Während wir langsam beginnen zu schälen, entblößen wir das Spannungsfeld zwischen Popkultur und Gewaltherrschaft. Wir befragen die glamouröse Erscheinung der Banane und kontextualisieren die in ihr vereinten Gegensätze.

BANANA ISLAND thematisiert Arbeitsbedingungen in sogenannten „Entwicklungsländern“ und wie Menschen dort für die europäische und US-amerikanische Konsumgesellschaft produzieren. Darüber hinaus geht es um die Geschichte der Klassifizierung, die nicht nur in der Wissenschaft angewendet wird, sondern bis heute in strukturellem und alltäglichem Rassismus ihren Ausdruck findet. Das Stück verhandelt potenziell verstörende Inhalte, nicht explizit, doch ist uns bewusst, dass diese Erzählungen triggern können. Falls du dich entscheidest, den Theaterraum zu verlassen, um Wasser zu trinken, Zeit/Raum für dich zu haben oder zu telefonieren, ist das für uns kein Problem. Auch bist du herzlich eingeladen danach zurückzukommen. Dieser Hinweis ist inspiriert von dem Performance-Kollektiv Technocandy

6 TAGE FREI-Kurator David Gaviria über Banana Island:

„Entschiedene Künstler*innen, entschiedenes Thema, entschiedene Auseinandersetzung. Die apokalyptischen tänzerin*nen haben Mut und beschäftigen sich mit Rassismus/Kolonialismus und gleichzeitig dem dazugehörigen Dekolonialisierungsprozess. BIPoC- und weiße Perspektiven teilen sich die Bühne vor einem mehrheitlich weißen Publikum und beschäftigen sich mit einer rassistischen Kulturgeschichte in der Kunst, ihren Bildern und Positionen. Das ist phantastisch und hochaktuell. Wir möchten immer wieder lachen weil doch alles um die Banane kreist! Aber was bedeutet das?! Banana Island ist eine Einladung das „weiße Happyland“ zu verlassen. “White privilege” und Neokolonialismus tragen das Bananenkostüm.“

Aufführungen

Schwankhalle, Bremen

Premiere: 16.01.2020

Weitere Vorstellungen: 18. & 19.01.2020

Theater Rampe, Stuttgart

Premiere: 28.11.2019, 20 Uhr

Weitere Vorstellungen: 29. & 30.11.2019, 20 Uhr

Besetzung

Künstlerische Leitung: Mona Louisa-Melinka Hempel, Jasmin Schädler, Calendal

Komposition: Sara Glojnarić

Bühnen- & Kostümbild: Lea Steinhilber

Produktion: schaefer&soehne

Assistenz & Künstlerische Mitarbeit: Sarah Bongartz, Margarita Ovsienko


Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart, durch den Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen und durch das Freischwimmen Netzwerk.